Sie forschten an Wundheilung und entdeckten dabei zufällig, warum Haare wieder wachsen
Minoxidil war ursprünglich ein Blutdruckmittel. Finasterid ein Prostata-Medikament. Der nächste Ansatz gegen erblich bedingten Haarausfall kommt aus einem britischen Labor, das eigentlich an etwas völlig anderem arbeitete. Und er ist kein Medikament, sondern ein Zucker, den der Körper selbst herstellt.

Jeder Durchbruch bei Haarausfall war ein Zufall
1979 behandelten Ärzte in den USA Patienten mit schwerem Bluthochdruck. Das Mittel hieß Minoxidil. Es senkte den Blutdruck, und es ließ den Patienten Haare wachsen, an Stellen, an denen sie das gar nicht wollten. Sieben Jahre später kam die erste Haarlösung auf den Markt.
Finasterid war ursprünglich für die vergrößerte Prostata gedacht. Auch hier fiel den Ärzten ein Nebeneffekt auf, den niemand geplant hatte.
Seit fast 40 Jahren sind das die einzigen beiden Wirkstoffe, die gegen erblich bedingten Haarausfall zugelassen sind. Beide wurden zufällig gefunden. Beide greifen tief in den Körper ein. Und beide haben dasselbe Problem: Sobald man sie absetzt, ist alles wieder wie vorher.
2024 veröffentlichte ein Forschungsteam der University of Sheffield eine Studie, die ein drittes Kapitel aufschlägt. Auch dieses Mal war es ein Zufall.
Ein Labor für künstliche Haut – und ein unerwarteter Nebeneffekt
Professor Sheila MacNeil und ihr Team der University of Sheffield forschen seit Jahrzehnten an etwas, das mit Haaren zunächst nichts zu tun hat: an Wundheilung und künstlicher Haut. Die zentrale Frage dabei ist immer dieselbe. Wie bringt man den Körper dazu, in geschädigtem Gewebe neue Blutgefäße zu bilden?
Auf der Suche nach einem Stoff, der genau das leistet, stieß die Gruppe auf 2-Desoxy-D-Ribose, kurz 2DDR. Ein Zucker, der im Körper jedes Menschen vorkommt. Er bildet zusammen mit Phosphatgruppen das Rückgrat unserer DNA. In den Versuchen der Gruppe erreichte dieser Zucker 80 bis 90 Prozent der Wirkung von VEGF, jenem körpereigenen Wachstumsfaktor, der die Neubildung von Blutgefäßen steuert.
Dann stellten die Forscher etwas Erstaunliches fest. Rund um die behandelten Wunden wuchsen die Haare stärker – und sie stellten sich die naheliegende Frage. Haarwurzeln sind auf Blutversorgung angewiesen. Bei erblich bedingtem Haarausfall verkümmern die winzigen Gefäße, die sie versorgen. Die Wurzel wird kleiner, das Haar dünner, irgendwann bleibt es aus. Was passiert also, wenn man ein Molekül, das nachweislich neue Gefäße bildet, auf die Kopfhaut aufträgt?
- Studie
- Anjum et al., Frontiers in Pharmacology, 2024, 15:1370833
- Institutionen
- University of Sheffield & COMSATS University Islamabad
- Aufbau
- Vergleich von 2DDR-Gel, Minoxidil, Kombination sowie unbehandelten Kontrollgruppen bei hormonell ausgelöstem Haarausfall
- Anwendungsdauer
- 20 Tage, einmal täglich
- Ergebnis
- Die 2DDR-Gruppe erreichte ein Haarwachstum, das mit der Minoxidil-Gruppe vergleichbar war. Die Gewebeanalyse zeigte längere und dickere Haare, eine höhere Follikeldichte, ein verbessertes Verhältnis von Wachstums- zu Ruhephase und deutlich mehr Blutgefäße im behandelten Gewebe.
Vorhandene Gefäße weiten – oder neue Kapillaren bilden
Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen dem etablierten Wirkstoff und dem neuen Ansatz. Ein temporärer, weitender Effekt ist nicht dasselbe wie zusätzliche Infrastruktur.
Vasodilatator
Entspannt die Muskulatur bestehender Blutgefäße. Sie weiten sich, mehr Blut erreicht die Wurzel. Setzt der Wirkstoff aus, ziehen sie sich wieder zusammen.
Neovaskularisierung
Signalisiert dem Gewebe, neue Kapillaren zu bilden. Der gleiche Mechanismus, mit dem eine Wunde wieder an den Blutkreislauf angeschlossen wird – zusätzliche Infrastruktur statt vorübergehend geweiteter Leitung.
Minoxidil ist ein Vasodilatator. Es entspannt die Muskulatur der Blutgefäße, sodass diese sich weiten und mehr Blut zur Haarwurzel gelangt. Das funktioniert, aber nur so lange, wie der Wirkstoff da ist. Setzt man ihn ab, ziehen sich die Gefäße wieder zusammen, die Versorgung bricht ein, und die Haare, die durch die Behandlung gehalten wurden, fallen oft innerhalb weniger Monate aus. Anwender nennen das den Rebound-Effekt. Er ist der Grund, warum Minoxidil eine Entscheidung auf Lebenszeit ist.
2DDR arbeitet anders. Der Zucker weitet nichts, sondern signalisiert dem Gewebe, neue Kapillaren zu bilden. Neovaskularisierung nennt man diesen Vorgang. Es ist derselbe Mechanismus, mit dem der Körper eine Wunde wieder an den Blutkreislauf anschließt. Was dabei entsteht, ist keine vorübergehend geweitete Leitung, sondern zusätzliche Infrastruktur.

„Unsere Forschung legt nahe, dass die Lösung für die Behandlung von Haarausfall vielleicht so einfach sein könnte, wie einen natürlich vorkommenden Desoxyribose-Zucker zu nutzen, um die Blutversorgung der Haarfollikel zu verbessern und so das Haarwachstum anzuregen."
Prof. Sheila MacNeil · University of Sheffield
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Neue Forschung braucht Zeit
Die Antwort ist unspektakulär. Die Forschung ist einfach sehr neu. Die Studie stammt von 2024, und in einem Feld, in dem sich seit den Achtzigerjahren praktisch nichts bewegt hat, dauert es, bis ein neuer Wirkstoff im Bewusstsein ankommt. Minoxidil hatte vier Jahrzehnte Vorsprung und ein Pharmabudget im Rücken.
Dazu kommt ein praktisches Problem. Wer 2DDR sinnvoll einsetzen will, muss die Formulierung lösen, nicht nur den Rohstoff einkaufen.
Das erste in Deutschland hergestellte Tonic auf 2DDR-Basis

In Berlin hat ein Team genau diesen Weg genommen. F2 Labs entwickelte unter der Marke ribogrow das erste in Deutschland hergestellte Tonic auf Basis von 2-Desoxy-D-Ribose. Gegründet wurde die Marke von einem ehemaligen Henkel-Manager, der die Recherche ursprünglich für sich selbst begann.
Die Formel kombiniert 2DDR mit Koffein, das die Haarwurzel aktiviert, und Pisum-Sativum-Extrakt, der den Lebenszyklus des Haares verlängert. Auf Minoxidil und Finasterid verzichtet sie vollständig.
Der Wirkstoff aus der Sheffield-Studie – regt die Bildung neuer Mikrogefäße an.
Aktiviert die Haarwurzel und unterstützt die Zellversorgung.
Verlängert den Lebenszyklus des Haares (Anagenphase).
Dermatest „Exzellent" – auch bei sensibler Haut
In einer unabhängigen Dermatest-Untersuchung mit 30 Probandinnen und Probanden mit sensibler Haut zeigte niemand eine Hautreaktion. Bewertung: „Exzellent". Zum Vergleich: Kopfhautreizungen, Juckreiz und Schuppenbildung gehören zu den häufigsten Gründen, warum Minoxidil-Anwender die Behandlung abbrechen.
Drei Prinzipien für eine ehrliche Erwartung
Solange noch Haar vorhanden ist, sind die Wurzeln aktiv und ansprechbar. Je früher die Versorgung der Kopfhaut unterstützt wird, desto besser die Ausgangslage.
Zweimal täglich, jeden Tag. Die Anwendung dauert unter einer Minute. Entscheidend ist nicht, wie viel man aufträgt, sondern dass man es über Monate nicht ausfallen lässt.
Haar wächst in Zyklen, nicht in Wochen. Wer nach vier Wochen in den Spiegel schaut und aufgibt, hätte den Punkt, an dem es interessant wird, ohnehin nie erreicht.
Was mehrere Monate kontinuierlicher Anwendung bedeutet
1Woche 1–4Keine sichtbare VeränderungDie Versorgung der Wurzel verändert sich, das Haar wächst noch nach dem alten Zyklus.
2Monat 2–3Weniger Haare in Bürste und AbflussAnwender berichten häufig zuerst darüber. Sichtbar ist das im Spiegel meist noch nicht.
3Monat 4–6Greifbare Ergebnisse realistischVoraussetzung ist eine durchgehende Anwendung ohne längere Pausen.
4DanachErhaltungWie bei jeder Kopfhautroutine bleibt der Effekt an die fortgesetzte Anwendung gebunden.
Individuelle Ergebnisse variieren je nach Ausgangslage, Veranlagung und Anwendungsdauer.

ribogrow wird in Deutschland hergestellt und ist nicht dauerhaft in allen Bundles verfügbar. Die aktuelle Verfügbarkeit lässt sich direkt beim Hersteller prüfen.
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Der erste ernsthaft neue Ansatz seit vier Jahrzehnten
Ob 2-Desoxy-D-Ribose die Behandlung von Haarausfall tatsächlich verändert, werden die kommenden Jahre und die laufenden klinischen Studien zeigen. Was sich heute schon sagen lässt: Es ist der erste ernsthaft neue Ansatz seit fast vier Jahrzehnten, und der erste, der nicht auf einem Medikament basiert.
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